Lose Arme richtig anleimen

 


Rohling mit gesondert gefrästen Armen Viele Schnitzrohlinge müssen aus maschinellen Gründen in mehreren Einzelteilen gefräst werden.
Beispielsweise bei Christus-Körpern werden die Arme meist extra, oder an ungewohnter Stelle, ausgefräst (siehe Bild).


Nachfolgend werden wir Ihnen das korrekte Anleimen solch loser Korpus-Arme aufzeigen:

...und los geht´s:

Rohling Christus-Korpus mit abgesägten Armen
1. Sofern nicht schon gesondert mitgeliefert, sägen Sie zuerst die Arme vom Körper bzw. von ihrer Befestigung ab.

Dies bewerkstelligen Sie am einfachsten mit einer Bandsäge, Feinschnittsäge bzw. Dekupiersäge.

 

 
Abflachen der Verbindungsstelle am Körper

Abflachen der Verbindungsstelle am Arm
2. Schneiden Sie nun die Verbindungsstellen, an denen die Arme am Körper befestigt werden sollen, so eben wie nur möglich zu.
Zum Abflachen ist eine Formatsäge wegen des Schiebeschlittens am besten geeignet!

Je planer die Fläche wird und je feiner das Sägeblatt ist, um so schöner bzw. fugenloser wird später die Leimstelle werden.

 

 
Haltung der Arme anpassen TIPP !

Schneiden Sie die Verbindungsstellen so zu, dass die Haltung der Arme auch zum Motiv passen!
Prüfen Sie dies durch grobes Anlegen der Arme und korrigieren Sie eventuelle Haltungsfehler.

Sofern schon vorhanden, testen Sie die Armhaltung auch gleich am zugehörigen Kreuzbalken.
   
Bohrstellen am Körper und an den Armen anzeichnen 3. Zeichnen Sie nun, an den jeweiligen Verbindungsstellen, möglichst mittig die Position des nachfolgend zu bohrenden Loches ein.

Wichtig dabei ist nicht unbedingt eine mittige, sondern eine völlig identische Position des Bohrloches auf den beiden zu verbindenden Flächen (Bild: rechte Körperseite und rechter Arm)
   
loch in die Armteile nur leicht anbohern 4. Nehmen Sie nun die losen Armteile und bohren an der angezeichneten Position ein Loch.
Bohren Sie die Armteile jedoch nur ein klein wenig an, damit sich die nachfolgend benötigte Schraube leichter in das Holz eindrehen lässt - also nicht tief einbohren!
   
Achten Sie auf die richtige Bohrerbreite
TIPP !

Wählen Sie die Breite des Bohrers entsprechend der Dicke des Schaftes Ihrer nachfolgend verwendeten Schrauben (siehe Bild)!

Nur so ist Ihr Bohrloch eng genug, damit das Schraubengewinde noch kräftig greifen kann. Dabei jedoch trotzdem breit genug, um die dünnen Armteile beim Eindrehen der Schraube kaum aufzusprengen bzw. aufzureißen.
   
Schraube vorsichtig in Armteile endrehen 5. Drehen Sie nun eine handelsübliche "Spax"-Schraube in die angebohrten Armteile ein.
Drehen Sie nur mit leichtem, vorsichtigen Druck, bis die Schraube einen festen Halt verfügt!
Zu kräftiges Eindrehen könnte den dünnen Arm aufreißen lassen.
   
Schraube unbedingt im rechten Winkel eindrehen TIPP !

Achten Sie unbedingt darauf, dass die Schrauben im rechten Winkel zur Fläche eingedreht werden (siehe Bild)!
   
entfernen des Schraubenkopfes

entfernter Schraubenkopf
6. Entfernen Sie nun den Schraubenkopf bzw. kürzen Sie die überstehende Schraube auf die benötigte Länge.




Sollten Sie keine passende Zange (wie im Bild) zur Verfügung haben, versuchen Sie das Abtrennen mit einer Eisensäge oder einem Trennschleifer.
   
Loch in das Körperteil bohren 7. Nehmen Sie nun das Körperteil und bohren, an der unter Schritt 3. angezeichneten Position, ein Loch.
Bohren Sie die Löcher im rechten Winkel zur Verbindungsfläche und unbedingt auch tiefer als Ihre unter Schritt 6. gekürzten Schrauben lang sind!

Verwenden Sie den gleichen Bohrer wie unter Schritt 4. !
   
Leim auf das Armteil auftragen

Armteil in den Körper eindrehen

fertig eingedrehter Arm
8. Nehmen Sie nun ein loses, wie in Schritt 6. vorbereitetes, Armteil und streichen auf die Verbindungsfläche etwas Holzleim (Weißleim D3/D4 Qualität).
Danach drehen Sie mit gefühlvollem Druck den Arm in den Körper und ziehen diesen am Ende in die richtige Haltung fest.

Sollten Sie die Schraube, trotz Druck, nicht richtig in das vorgebohrte Loch bekommen, so haben Sie den Bohrer zu klein gewählt.

Sollte sich hingegen der Arm nicht richtig am Körper festziehen, so haben Sie vermutlich das Bohrloch zu breit ausgebohrt.


TIPP !

Bevor sich der Arm mit dem Körper verbindet, kann man relativ gut abschätzen ob die Drehungen zur richtigen Positionierung ausreichen.
Falls nicht, drehen Sie den Arm wieder heraus und setzen das Eindrehen von Grund auf in einer entsprechend veränderte Position neu an.
Versuchen Sie niemals den Arm mit Gewalt in die richtige Position zu drehen! Die Schraube könnte dadurch "überdrehen" und hätte im vorgebohrten Loch somit keinen festen Griff mehr.

 

 
Fertig verleimter Christus-Körper Fertig !

Lassen Sie den überschüssigen Leim ruhig antrocknen.
Dieser verschließt noch eventuell vorhandene "Spalten", die durch unsauber geschnittene Verbindungsflächen entstehen könnten.


TIPP !

Schnitzen Sie zuerst die Hände und Unterarme fertig!
Erst danach leimen Sie die Arme an den Körper. Darauf folgend schnitzen Sie die Oberarme und können so die Verbindungsstellen schön dem Körper anpassen bzw. zuschnitzen.
Somit verringern Sie das Risiko die Arme durch den entstehenden Druck beim Schnitzen wieder abzureißen.

Viel Erfolg !

 

 


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